Obwohl Endotoxine ein relevantes Risiko für die Patientensicherheit darstellen können, gehören sie nicht in die Systematik der ISO 10993 zur biologischen Bewertung von Medizinprodukten. In diesem Whitepaper wird erläutert, wie Endotoxine korrekt eingeordnet werden, warum sie als prozessabhängige Kontaminanten gelten und welche normativen Vorgaben anwendbar sind.
Endotoxine sind Lipopolysaccharide (LPS), die in der äußeren Zellwand gramnegativer Bakterien vorkommen. Sie gelangen ausschließlich durch mikrobielles Wachstum oder bakterielle Zellfragmente auf ein Medizinprodukt.
In der Praxis werden Endotoxine häufig fälschlicherweise in die Nähe der ISO 10993 gerückt, beispielsweise im Kontext eines vermeintlichen „Pyrogentests nach ISO 10993“. Doch diese Verknüpfung ist inhaltlich und normativ falsch.
Die ISO 10993 beurteilt Materialrisiken, das heißt potenzielle Gefährdungen, die aus der chemischen oder biologischen Natur eines Werkstoffs entstehen.
Endotoxine hingegen entstehen durch:
All diese Aspekte sind prozess- und hygienegetrieben und nicht werkstoffbedingt.
Endotoxine sind ein GMP-Thema –jedoch kein Biokompatibilitätsthema.
Diese Methoden sind international anerkannt.
Endotoxine gehören nicht in die ISO 10993, sondern in ein strukturiertes Qualitäts- und Hygienemanagement. Sie sind prozesskontrollierbare Kontaminanten, deren Risiko durch geeignete Produktions-, Reinigungs- und Sterilisationsprozesse beherrscht werden kann.
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